Jugendkonzept I

„Es geht im leben nicht darum den Sturm zu überstehen, sondern zu lernen wie man im Regen tanzt.“

Immer wieder werde ich darauf angesprochen, wie man unsere Jugend dazu bekommt Sport zu treiben, im Speziellen, zum Volleyballtraining zu überzeugen. Keiner hat mehr Lust sich zu bewegen, alle hängen am Smartphone oder Laptop.
Es macht alles keinen Sinn...
Stimmt nicht, wir müssen uns Fragen, warum die Kids lieber am Smartphone oder Laptop „daddeln“, anstatt sich in irgendeiner Form zu bewegen.
Ein Argument ist die angebotene Qualität des Angebotes. Das Smartphone und Laptop bieten einen sehr hohen Unterhaltungswert. Uns muss es gelingen, ähnliche Qualität in unsere Art der Freizeitbeschäftigung zu bringen.

Mit unserer Sportart Volleyball/Beachvolleyball, für mich ist es gerade wenn wir über Nachwuchsarbeit reden, EINE Sportart, mit riesigen Möglichkeiten, um die uns alle anderen Spielsportarten, auch der Fußball, beneiden.
Wir haben für unsere Teamsportart eine Winter- und Sommervariante und sind so für die Jugendlichen ein ganzes Jahr, durchgehend präsent.
Beachvolleyball ist, nicht zuletzt wegen der Olympiasiege von Julius Brink, Jonas Reckermann, Kira Walkenhorst und Laura Ludwig und neuerdings mit den Vize Weltmeistern Julius Thole und Clemens Wickler, bei den Kids und Jugendlichen „angesagt“. Tolle Events im Sommer (z.B. Techniker Beach Tour) zeigen eine gute Mischung aus Sport, Show und Party, die fast immer auch noch unentgeltlich gezeigt wird.

In der Wintervariante spielen wir mit dem Nachwuchs von 3:3 bis zum Zielspiel 6:6 und im Sommer dann im Sand die 2:2 Variante. Beides ist Volleyball!!
Die beiden Varianten ist die Hauptidee, daß der Ball nicht den Boden berühren darf. Um das zu verhindern, werden fast die gleichen Techniken ( Baggern, Pritschen, Angriff) angewandt.

Ich höre schon die Kritiker die behaupten, daß die Techniken nichts miteinander zu tuen haben. Das die mühsam erlernte Annahmetechnik aus der Halle im Sand wieder „versaut“ wird. Das das Spiel 2:2 einen anderen Charakter besitzt als das Spiel 6:6. Die Beachtrainer jammern darüber, das sie die Kids viel eher im Sand brauchen, um Ihnen die richtige Beachtechnik beizubringen. Das sind meistens genau die Trainer, die sich darüber beklagen, das die Jugendlichen keinen „Bock“ haben Sport zu treiben.

Ich sehe riesige Chancen:
Von September – April Volleyballraining in der Halle, von Mai bis August raus in den Sand! Eine Sportart die mit unterschiedlichen Bedingungen und Ausprägungen 365 Tage im Jahr präsent ist. Ich habe selten Jugendliche erlebt, die nicht nach dem letzten Hallenspieltag, sofern möglich, gleich am nächsten Tag Beachvolleyball gespielt hätten.
„Nach der Hallensaison habe ich richtig Bock auf Beachvolleyball und dann später auch wieder auf Hallenvolleyball.“

Ein Geschenk für uns Trainer.

Jetzt liegt es an uns Trainer, ja richtig, nicht an den Kids, sondern an uns, die nötige Qualität in das Training zu bekommen, um mit dem Smartphone/Laptop konkurrieren zu können. Unsere grundsätzlichen Voraussetzungen sind gut !


Jugendkonzept

Grundsätzliche Prinzipien für das Jugendtraining:

Zuverlässigkeit:
Training wird fester Bestandteil im Tagesablauf / Organisation

Entwicklung von gemeinsamen Zielen:
Entwickeln von Nah- und Fernzielen

Gesundheit:
Trainer soll die Gesundheit in den Fokus rücken, auch auf Kosten kurzfristiger Erfolge

Motivation:
Erfolgserlebnisse sind Maßgeblich in Training und Spiel!

Trainingsatmosphäre:
Jugendliche müssen sich wohlfühlen und Freude am leistungsorientierten Training entwickeln

Korrektur und Lob:
„Zuckerbrot und Peitsche“,
Korrekturen sollen positiv und handlungsorientiert erfolgen

Trainer als Vorbildfunktion:
Respekt, Zuverlässigkeit, Fair Play, Umgangsformen, angemessene Ernährung

Allgemeine Persönlichkeitsförderung:
Das Ziel ist die Erziehung zum mündigen Athleten

Beachvolleyball-Volleyballspezifische Prinzipien im Jugendtraining:

Altersgerechtes Training:
„Jugendtraining ist kein reduziertes Erwachsenentraining“
Fördern, nicht überfordern

Variationen im Trainingsbetrieb:
Spaß durch Variation im Training

Entwicklung der Spielfähigkeit:
Spielen lernen durch spielen

Trainieren:
• Vom Bekannten zum Neuen
• vom Einfachen zum Komplexen
• von langsamen zu schnellen Bewegungen
• von Teilbewegungen zu Ganzheitsbewegungen
• vom Wesentlichen zur Vielfalt 


Ballkontakte:
„Many balls“

Dafür von mir einige grundsätzliche Ideen:

• Spielformen vor Techniktraining
• Ballkontakte mit Athletik- Stabilisationsübungen
• Jeder einen Ball
• Schnelle Hinführung zum Zielspiel (kann z.B. 3:3 sein)
• Spielerinnen und Bälle müssen sich bewegen
• Training soll Spaß machen, über „Lob zum Erfolg“
• Viele spielnahe Wettkampfformen